Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller hat ein völlig neues Jugendphänomen entdeckt: Internet! Folgerichtig fordert er Aufklärung im Umgang mit diesem neumodischen Kram, denn:

„Wir brauchen Internet-Aufklärung als zeitlich befristetes Unterrichtsfach. Schon Kinder müssen in der Schule lernen, was mit ihren Daten dort alles passieren kann.“

Ein schlimmes Versäumnis:

Viele wissen das offenbar nicht – und wundern sich dann, wenn sie beim Bewerbungsgespräch plötzlich mit Partybildern konfrontiert werden.

Ja, woher sollen die lieben kleinen Doofis auch wissen, dass ihre Bilder im Web auch für andere User sichtbar sind? Hat ihnen ja keiner gesagt! Schade, dass ich schon so alt bin. WIe gerne hätte ich Internet-Unterricht genossen, mit der Prüfungsarbeit "Internet ausdrucken" und "Wohin stelle ich das Stoppschild bei jugendgefährdenden Seiten?"

Endlich mal Realpolitik, die sich am Puls der Zeit orientiert! Es gäbe noch einigen Handlungsbedarf.

Etwa Unterrichtsfach "Handy":
Wie reagiere ich, wenn das Handy läutet? Muss ich beim SMS-Versenden eine Briefmarke aufs Display kleben? Wie tippe ich die Zahl "10" ein, wo doch nur die Ziffern 0 bis 9 vorhanden sind? Kann man schwanger werden, wenn man das Handy zu nahe an den Mund hält?

Oder Unterrichtsfach "Kochen":
Gibt man den Teller oder die Spaghetti ins heiße Wasser? Welche Vorteile bringt es mit sich, bei der Tiefkühlpizza die Verpackung zu entfernen? Wieso laufen Eiklar und Dotter aus, wenn ich ein frisches Ei zu schälen beginne?

Ich denke, es gibt noch viel zu tun in diesem Land ... man sieht ja an den meisten Politikern, welche Versäumnisse in der Jugend angefallen sind.