Vor vier Jahren erregte Problembär "Bruno" die Gemüter der mitteleuropäischen Tierschützer. Ohne gültiges Visa drang der Dunkelhäuter in bayerische Hoheitsgebiete ein und sorgte für Angst und Schrecken. Haustiere wurden in Sicherheit gebracht, Kindern wurde für den Weg zur Schule Gewehre in die Schultasche gepackt, besorgte Ehefrauen ließen ihre Männer nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus, Männer schickten ihre Schwiegermütter Pilze sammeln in den Wald.
Eine durchaus verständliche und angebrachte Reaktion, hatte das Tier doch bereits nach kurzer Zeit mehrere Schafe auf dem Gewissen.
Nach einem Monat wurde Bruno leblos aufgefunden und starb wenig später. Wer für den Abschuss verantwortlich zeichnete wurde von den Behörden unter Verschluss gehalten, was natürlich Raum für allerlei Spekulationen sorgte: Handelte es sich vielleicht um Selbstmord, da der scheue Einzelgänger seinen plötzlichen Ruhm nicht verkraftet hatte? Wusste er zu viel und musste deshalb beseitigt werden? Steckte Ottfried Fischer dahinter, der um seinen Ruf als dickster Bayer fürchtete?
Man weiß es einfach nicht.
Ein ähnliches Schicksal ereilte vor wenigen Tagen den letzten isländischen Eisbär. Somit müssen wir traurig feststellen, dass das anmutige Pelztier in Island endgültig ausgestorben ist, nachdem es zuvor bereits in Australien und Namibia rücksichtslos ausgerottet worden war. Scharfschützen der Polizei hatten es erschossen, da es angeblich auf Grund der "schwierigen Wetterbedingungen keine Möglichkeit gegeben hatte, das Tier lebend einzufangen".
Nun bin ich beileibe kein Experte auf diesem Gebiet. Aber hätte man es nicht betäuben und abtransportieren können? Und was, bitte, gilt auf Island als "schwierige Wetterbedingungen"? Sonnenschein?
Als Tierschützer bin ich jedenfalls empört über diesen Affront gegen Mutter Naturs Geschöpfe und rufe zu einem Boykott isländischer Waren auf: Nie wieder werde ich isländische Bananen kaufen.
