Zu den beliebtesten Vorurteilen gegenüber den "Amis" gehört deren angebliche Prüderie. Gerne schüttelt man in hiesigen Breiten den Kopf oder lacht über "Sex-Skandale", die in Europa nie und nimmer auch nur den Hauch öffentlicher Erregung hervorrufen würden.
Ich halte dagegen und behaupte: Verlogenes Vorurteil, um sich den ach so dummen, rassistischen, homophoben, sexfeindlichen "Amis" gegenüber als in jeglicher Hinsicht überlegen zu wähnen. Die Realität sieht indes ganz anders aus. Oder wie verhält es sich bei der Homosexualität des deutschen Außenministers, die immer wieder hervorgekehrt wird? Und warum wurde in den angeblich so rassistischen USA ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt, aber im aufgeschlossenen Deutschland sorgt es für Aufsehen und Diskussionen, wenn erstmals eine Muslimin in einem Bundesland ein Ministeramt bekleidet?
Und was die Prüderie betrifft: Die Kommission für Jugendschutz leitet gegen die RTL-Sendung "Big Boobs", pardon: "Big Brother" ein Verfahren wegen Verstoßes gegen den Jugendschutz ein. Der Auslöser der Empörung ist aber auch höchst nachvollziehbar. Während einer Sendung seien bei einer Duschszene zweier Frauen Brüste zu sehen gewesen.
Dadurch seien die Frauen "als bloße Objekte" dargestellt worden.
Eine Beweisführung, der sich niemand ernsthaft verweigern kann, ist doch aus der Psychologie bekannt, dass etwas Babys ihre Mütter beim Stillen lediglich als Objekte wahrnehmen.
Problematisch sei besonders in diesem Fall die "Entwicklungsbeeinträchtigung" jüngerer ZuschauerInnen von unter zwölf Jahren in der Tageszeit zwischen 6.00 Uhr morgens und 20.00 Uhr abends, hieß es.
Auch in diesem Punkt kann ich erstens nur zustimmen und zweitens auf jahrzehntelange Studien verweisen die den Zusammenhang zwischen dem Anblick von Brüsten und schweren Verhaltensstörungen eindeutig beweisen. Alleine in Deutschland müssen jährlich zehntausende Kinder und Jugendliche nach einem schweren Titten-Trauma psychologisch betreut werden.
Andererseits ist es natürlich beruhigend zu wissen, mit welchen Problemen man sich in Europa herumschlägt, während es munter in den Abgrund taumelt. Egal. Hauptsache, bei der Rückkehr in die ökologisch nachhaltigen und wirtschaftlich leistbaren Höhlen bleibt für die Damenwelt genug Fell über, um ihre Milchtüten zu verhüllen. Mahlzeit!
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