Als Steuerzahler stellt man sich mitunter gerne die Frage, wohin die werten Euros denn so wandern und ob sie wenigstens sinnvoll eingesetzt werden. Ja, werden sie! Nicht nur, um kurz vor dem Hungertod stehende Beamte zu retten oder irgendwelchen Potentaten eine kleine Freude zu bereiten, sondern auch, um die menschenverachtende Unterdrückung der Frauen schonungslos aufzudecken. Nein, nicht dort, wo Frauen auch schon mal gesteinigt oder Mädchen aus traditionellen Gründen mit rostigen Rasierklingen beschnitten werden.

In Österreich, diesem bekanntermaßen ausländer- und frauenfeindlichen Nazi-Land.
Einem ungeheuren Skandal kam die Gleichbehandlungskommission im Bundeskanzleramt auf die Schliche: Frauen bezahlen beim Friseur mehr als Männer! Manche Erkenntnisse sind eben wie Wein: Sie müssen reifen.
Auf 12 (in Worten: zwölf!) Seiten gelangt die Kommission zu dem Ergebnis, dass unterschiedliche Preise für Frauen und Männer eine Diskriminierung auf Grund des Geschlechts darstellen.

Glücklicherweise stellt es keine geschlechtliche Diskriminierung dar, wenn junge Männer im Gegensatz zu jungen Frauen Präsenzdienst leisten müssen. Unsere Gesellschaft kann es sich schließlich nicht leisten, auf diese Art der positiven Formung des miesen Charakters des bösen Geschlechts zu verzichten. Mädchen und Frauen sind ja von Natur aus sozial, altruistisch und gutartig.

Ich bin jedenfalls erleichtert zu sehen, welche wertvollen Dienste an der Gesellschaft dank meines Steuergeldes geleistet werden. Beim nächsten Friseurbesuch werde ich darauf bestehen, wie eine Frau behandelt zu werden und selbstverständlich auch einen höheren Preis zu bezahlen. Ich möchte ja niemanden diskriminieren.