Eine schlimme Panne unterlief chinesischen Polizisten. Sie schlugen eine 58-jährige Frau krankenhausreif, die sie für eine unbedeutende Bittstellerin gehalten hatten. Dabei handelte es sich bei dem Prügelopfer jedoch um die Frau eines hohen Beamten. Ganz zerknirscht entschuldigte sich ein Polizeisprecher für den bedauerlichen Irrtum:
Sorry, it was a mistake. We didn't mean to beat the wife of a big boss
Wie konnte es dazu kommen? Nun, Schuld trägt natürlich der Kapitalismus, der inzwischen sogar das einst von glücklichen Kommunisten bevölkerte China erfasste. Zu früheren Zeiten wäre eine solcher Lapsus undenkbar gewesen. Da kleidete sich der Pöbel noch seinem unwürdigen Stand entsprechend, während man Aristokraten, Bürokraten oder Vertreter des Klerus schon von weitem an ihren edlen Gewändern erkennen konnte. Und heute? Heute kann sich jeder dahergelaufene Prolet ein hübsches Hemd oder gar Schuhe leisten. Gewiss: Unter dem geliebten Genossen Mao verhungerten Millionen Chinesen oder verschwanden in Arbeitslagern. Dafür schlugen derlei peinliche Vorfälle keine hohen Wellen. Es sei denn, eine von Maos jungen Gespielinnen wäre verdroschen worden.
Deshalb meine Forderung: Zurück zur Kleiderordnung der guten, alten Zeit! Da gab es keine Missverständnisse darüber, wen man gerade verprügelte und Polizisten konnten sofort erkennen, ob sie eingreifen - etwa, weil jemand mit Knete bedroht wurde - oder unschuldig in die Luft gucken sollten.
