Stephanie zu Guttenberg, Ehefrau jenes Verteidigungsministers, der unser aller Freiheit knapp 5.000 Kilometer entfernt verteidigen lassen muss, sorgt mit ihrer Sendung "Tatort Internet" für Diskussionen. In einer Demokratie gehört Meinungsfreiheit - so sie nicht vom allgemeinen Konsens abweicht - selbstverständlich zu den grundlegenden Werten, weshalb man Kritik mitunter akzeptieren muss.
Dennoch bin auch ich geschockt von der Form dieser Kritik. Beinahe hätte ich mich am Kaviar von freilaufenden Lachsen verschluckt, als ich in der "Bild" dies hier unter dem Foto der gutten Frau las:

Erstes Sex-Ekel gefeuert
Stephanie zu Guttenberg (33) war Gast-Moderatorin bei „Tatort Internet“

Einer meiner Haussklaven schlug mir glücklicherweise auf den Rücken und verhinderte meine Erstickung.
Denn: Das hätte ich nun wirklich nicht für möglich gehalten!
Doch dann Entwarnung: Gefeuert worden war ein als Heimleiter getarntes Sex-Ekel.

Den Kampf gegen den Kindesmissbrauch per Mausklick gibt sie natürlich nicht auf.

„Ich bin entsetzt, wie diese Debatte geführt wird! Die Sendung soll zeigen, wie leicht unsere Kinder im Internet zu Opfern von Sextätern werden können. Wie allgegenwärtig diese widerliche Anmache von Online-Tätern ist. [...]"

Und im Gegensatz zum Missbrauch im realen Leben sind die Kinder den Online-Tätern hilflos ausgeliefert. Oder vielmehr: Waren sie hilflos ausgeliefert. Dank "Bild" gibt es erstmals eine Möglichkeit, sich vor diesen Sex-Ekeln zu schützen, und zwar mit dem BILD.de-Hilfe-Button.

Da Kinder natürlich nicht wissen können, wie man einen Chat verlässt, den Webbrowser schließt oder den Computer abschaltet, ist ein solcher Button die einzige Chance, unmissbraucht den Tag zu überleben.

Deshalb ruft BILD.de alle Jugendlichen auf: Wehrt Euch! Sagt dem Täter eindeutig:
STOP! ICH WILL NICHT, DASS DU MICH ANMACHST!

Was in der Realität wunderbar funktioniert - "Nein, ich will nicht, dass du mir meine Uhr klaust!" - "Ach so, entschuldige." - kann nun endlich auch online umgesetzt werden. Angemachte Kinder müssen lediglich den Stop-Button an das jeweilige Sex-Ekel schicken. Dieses kann sich sodann auf den eingeblendeten Webadressen darüber informieren, was es falsch gemacht hat.
Oder er besucht bild.de, den Sponsor des "Stop"-Buttons, und guckt sich zur Entspannung freizügige Bilder der damals 15-jährigen Angelina Jolie an.

Interessant wäre jetzt noch ein Button der "Bild" davon abhält, mich mit derlei heuchlerischen Kampagnen anzumachen.